Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.
Öffentlicher Aufruf zu B(ebauungs)-Plänen
 
Grundstückseigentümer, die auf ihrem Grundstück in Delmenhorst bauen möchten und nicht dürfen, melden sich bitte möglichst umgehend bei der Ratsfrau Eva Sassen, unter Festnetz 04221 490 390 oder per Mail an evasassen@web.de.
 
Hintergrund
In Delmenhorst werden Bauplätze gesucht.
Im Stadtgebiet von Delmenhorst gibt es Grundstücke, welche bebaut werden könnten. Ihnen fehlt aber ein Bebauungsplan oder dieser ist veraltet und lässt keine sinnvolle Bebauung zu.
Ich möchte verhindern, dass landwirtschaftliche Fläche bebaut wird. Denn in Wirklichkeit stehen schon heute genügend Häuser, Wohnungen oder Grundstücke in der Stadt leer, weil man z.B. auf einen anderen Bebauungsplan wartet.
 
Die Verwaltung muss für kleinteilige Veränderungen mehr arbeiten als für ein Neubaugebiet. Tut sie es, erhalten wir alle finanzielle, ökologische und gesellschaftliche Vorteile. Das Stadtgebiet mit seiner Infrastruktur wird optimal ausgenutzt und damit günstig in der Unterhaltung. Die Leerstände verschwinden und die grüne Umgebung bleibt uns erhalten.
 
Um meine Ratskollegen von diesem sinnvollen Weg zu überzeugen, bitte ich Grundstückseigentümer, die einen anderen Bebauungsplan wünschen, mich anzurufen. Ich werde die Sammlung von privaten Eigentümern vertraulich der Bauverwaltung vorlegen. Den Mitgliedern des Stadtrates nenne ich die zur Bebauung möglichen Gebiete ohne Namen und Adressen.
Gemeldet haben sich bereits 17 Grundstückseigentümer mit gesamt 30.500qm, die auf einen neuen B-Plan warten, um im Innenbereich zu bauen (Stand 17.12.2017).

Aufstehen gegen Intrigen!

- Anleitung -

 

Liebe Delmenhorsterinnen, liebe Delmenhorster,

 

Sie wollen sich von der Delmenhorster Politik nicht mehr über den Tisch ziehen lassen?

Dann stehen Sie bitte auf und gehen neue Wege!

Nähern Sie sich mit Freunden und humorvoll den Intrigen (=Handlungen, um der eigenen Gruppe oder sich selbst einen Vorteil zu verschaffen) der Delmenhorster Politik.

 

Der erste Schritt.

1. Verabreden Sie sich mit Freunden zur Stadtratssitzung.

So wie man zusammen ins Theater, Kino oder zum Kartoffelfest geht, gehen Sie z.B. zur Ausschusssitzung im Planungsausschuss, in dem das Verkehrsgutachten zum Josef-Hospital Delmenhorst vorgestellt wird. Unter www.delmenhorst.de lesen Sie zuvor, wie im Programmheft eines Theaterstückes. Ich darf Ihnen den Hinweis geben, dass das Gutachterbüro Thiele auch die neue Ampelkreuzung an der Stedingerstraße zur Jute möglich machte und, dass der Oberbürgermeister das Gutachten erst für die Zeit nach der Wahl bestellen ließ.

 

Schritt zwei.

2. Werten Sie Ihren Besuch in angenehmer Runde aus.

Entwickeln Sie gemeinsam fröhliche und witzige Veröffentlichungen Ihrer Erfahrungen. Suchen Sie Fakten, wenn Sie anfangs nur ein Gefühl von über-den-Tische-gezogen-zu-werden haben. Und sprechen Sie offen an, wie Sie die möglicherweise negative Energie im Ausschuss oder Rat wieder los werden. Ich empfehle als Erstmaßnahme duschen, singen, Schatten boxen oder ins Feuer sehen.

 

Weitere Schrittanleitungen folgen auf Nachfrage.

 

Krankenhaus und Stromnetzvergabe – zwei aktuelle Beispiele

Neun Jahre fiel ich als Ratsfrau von einem Schrecken in den nächsten. Was im Hinterfeld alles geschoben wird, mag sich kaum ein Bürger vorstellen. Auch bei der Krankenhausentscheidung hatte man mich in die Irre geführt. Ein kleines Beispiel:

Die Krankenhäuser wurden miteinander verglichen. Im Klinikum war das stillgelegte Blockheizkraftwerk (Kraftwerk zur Nutzung von Strom und Wärme) nicht aufgeführt, im Josef-Stift wurde eins genannt. Ich ging von einer ehrlichen Vorlage zur Entscheidung aus. Der Geschäftsführer des Sankt-Josef-Stiftes wollte schließlich schon lange eins bauen. Nach der Entscheidung erfuhr ich, dass es nur ein Plan sei! Es wog aber in der Waagschale wie eine fertige Anlage!

Elke Glöckner fragte mich zur Standortentscheidung Krankenhaus, wie die dritte Möglichkeit (Neubau auf der grünen Wiese) gerechnet sei. Ich konnte mich an keine Herleitung der Endsumme erinnern. Sie wurde uns Entscheidern vorgesetzt. Die Finanzfachwirtin Elke Glöckner fragte nach. Es gibt keine Planung für die „grüne Wiese“. Es gibt auch keine Planung für die Fläche hinter dem Klinikum unter Einbeziehung des neuen Bettenhauses!

Inzwischen wissen wir, dass uns von der Verwaltungsspitze Märchen erzählt wurden. Der Neubau des Krankenhauses kommt an die Wildeshauser Straße. Allerdings sind weder Busshaltestelle noch Gehbehinderte eingeplant. Der Eingang soll 5 Meter über Fahrbahnhöhe liegen!

Bei der Stromnetzvergabe bahnte sich schon lange eine weitere Intrige an. In den Anfängen hatte ich dafür gesorgt, dass sich der Rat durch einen Fachvortrag von dem ehemaligen Geschäftsführer der Teutoburger Energie Netz Genossenschaft dafür erwärmen ließ, zu überlegen, die Stromversorgung selbst zu übernehmen. Die Intriganten hatten Lunte gerochen. Ihnen geht es um Geld, Macht und neue Posten.

Nach neun Jahren Ratsarbeit nahm ich mir ein halbes Jahr Pause und überließ die Ratsarbeit meinem Nachfolger Paul Glöckner. Er macht seine Arbeit gut! Die Stromvergabe wurde durch seine Arbeit neu ausgeschrieben! Im Rat am 3.7.2019 wurde die Konzession an die EWE-Netz vergeben, die an eine gemeinsame Firma aus EWE und SWD die Leitungen verpachtet. Dem Rat wurde und wird die Einsicht in den Konzessionsvertrag verweigert. Aus diesem Grund stimmte ich gegen den Vertrag. Ich kenne ihn nicht!

 

Diese beiden Beispiele zeigen, dass Delmenhorst dringend aufmerksame und mitdenkende Besucher im Rat und den Fachausschüssen braucht!

Mit einem oder zwei Sitzen pro Rats-Gruppe ist man im Rat bei der Fülle der Beschlussvorlagen überfordert! Genau das nutzen alle Intriganten aus!

 

Darum meine Bitte:

Bringen Sie sich/bringt Euch politisch ein!

Geht die Schritte eins und zwei! Oder geht selbst entwickelte, neue Wege! Denkt mit! Informiert uns!

Weitere Schritte für alle Einwohnerinnen und Einwohner auf Nachfrage.

 

- - -

Intrigen-Beispiele

Am 7.9.16 verweigerte die Anzeigenabteilung des dk dem Bürgerforum eine Anzeige mit folgendem Satz „Geschäftsführer SWD austauschen“.

Oberbürgermeister Jahnz brachte am Tag vor der Wahl einen Verdacht gegen Paul Glöckner in die Zeitung, dass dieser vertrauliche Informationen aus dem Rat weiter gegeben haben soll. Obwohl längst klar war, dass der Verdacht anschließend fallengelassen wird, brachte der Oberbürgermeister diese Geschichte an die Zeitungen. Selbst Freunde und Nachbarn wählten den Kandidaten des Bürgerforums daraufhin nicht mehr.

 

Intrige (von lateinisch intricare „in Verlegenheit bringen“), veraltet auch Kabale oder Ränke, bezeichnet eine Handlungsstrategie, mit der einzelne oder Gruppen von Menschen versuchen, anderen Schaden zuzufügen oder sie gegeneinander aufzuhetzen. Der Träger dieser Handlungsstrategie wird als Intrigant bezeichnet. Der Sinn und Zweck der Intrige kann der persönlichen emotionalen Befriedigung (Schadenfreude, Sadismus u.Ä.) oder persönlichen bzw. gruppeneigenen Vorteilen dienen. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Intrige

 

Liebe Grüße

Ihre/ Eure


Eva Sassen

 

Blick in die Glaskugel

Visionen für Delmenhorst im Jahr 2017

 

© Weitergabe des Textes nur vollständig und mit Quellenangabe! www.evasassen.eu

Bei lausigem Wetter sitze ich entspannt am wärmenden Ofen. Vor mir liegt eine Glaskugel auf einem weißen Tuch. Alle Gedanken zum vergangenen Jahr gleiten von mir ab.

Ich frage die Glaskugel: „Wie sieht Delmenhorst im Jahr 2017 aus?“

 

Die Kugel wird bunt. Sie leuchtet in Regenbogenfarben. Eine Schamanin zeichnet sich im Regenbogen ab. Schatten streifen den Bogen.

„Was heißt das?“, frage ich.

„Es sind Schwarzmagier am Werk“, sagt die Schamanin. „Sie heften ihre Helfer-Wesen an Entscheidungsträger. Wer es von den Entscheidungsträgern schafft, das Intrigantentum abzulegen, wird gesund bleiben und frei entscheiden können. Ich sehe, Delmenhorst wird bunter!“

Erleichtert atme ich auf und öffne mich für das nächste Bild. Die Schamanin entschwindet.

 

Die Haltestelle Markt taucht auf. Was ist das? Viele Kleinbusse in Delmenhorster Farben warten auf Passagiere. Die Busse sind geräuschlos, sie fahren elektrisch. Irgend etwas ist anders als sonst. Ah, alle Busse werden von Frauen gelenkt.

„Wie kommt das?“ frage ich in die Kugel blickend.

Eine Busfahrerin antwortet stolz: “Wir haben uns ein Erwerbslosenfrauenprojekt aufgebaut. Auf den Werkhallen der Delbus und den Nachbargebäuden haben wir eine Solar-Anlage installiert, die uns den Strom zum Anfahren der Busse liefert. Bei der Projektplanung stießen wir auf die Ideen des Physikers Tesler. Er fuhr schon vor hundert Jahren einen PKW ohne Kraftstoff! Zusammen mit Prof. Turtur von der Ostfalia-Hochschule Wolfenbüttel und einem Erfinder-Kredit bauten wir uns 34 Busse und bedienen heute Feierabend-Linien und Shuttlestrecken der Delbus mit unseren Kleinbussen.“

Wird es wahr, denke ich, dass ich den Durchbruch gegen die Ölmultis und ihre Trittbrettfahrer noch erlebe? Die Busfahrerinnen nicken mir fröhlich zu.

 

Das Bild in der Kugel wechselt zu einer weiteren Frauen-Crew. Delmenhorster Geschäftsführerinnen sitzen beisammen. Sie reden von den städtischen Tochtergesellschaften, ADG, SWD, Parkhaus GmbH, … Moment mal! -

„Was ist denn aus unserem kreativen Multitatent mit ruinösen Folgen für die Stadt (Graft, GraftTherme, Parkhaus etc.) geworden?“

„Er ist zu seinem neuen Arbeitsplatz verzogen und wir arbeiten als neue Geschäftsführerinnen gerade für alle Service-Bereiche der Stadt und ihrer Tochtergesellschaften bürgernahe Compliance-Regeln1 aus.“

Ich staune, was uns das Jahr 2017 bringt. Und das scheint noch lange nicht alles zu sein. Schon ändert sich die Farbe der Kugel erneut.

 

Das Ex-Hertie-Parkhaus steht nicht mehr. Die Delme kommt in ihrem Flussbett wieder zur Geltung. Ein Schriftzug taucht am ehemaligen Hertie-Hauptgebäude auf: Delmenhorster Entwicklungsgesellschaft mbH.

Auf einer Tafel lese ich: „In dieses Wohn- und Arbeitsprojekt können sich Menschen auf Lebenszeit einkaufen, welche ein Anwesen oder Haus in Delmenhorst an die Entwicklungsgesellschaft abtreten. Auf delmenhorster Grundstücken wird mit diesem Tausch Platz für Neubauten geschaffen, ohne weiteres Ackerland zu vernichten!"

Im ehemaligen Hertie-Gebäude sollen also oben Menschen wohnen. Und im Erdgeschoss?

Ob der Eigentümer Zechbau Mieter für die Ladenzeile fand, kann ich nicht erkennen. Die Ladenzeile im Erdgeschoss ist jedenfalls gut frequentiert. Wo sind dann bitte die geforderten Parkplätze?

 

Was ist das? Ein Kunstobjekt, bunt, groß und ungewöhnlich zeigt sich in der Kugel! Ganz in der Nähe der Städtischen Galerie. Das muss die Friedrich-Ebert-Allee sein! Zwei Riesen liegen auf der Straße. Autos fahren in ihre offenen Münder und kommen am Allerwertesten heraus. Auf ihrem Bauch ist ein Parkplatz. Künstler haben aus dem öden Straßenabschnitt zwischen Am Vorwerk und Lange Straße eine Attraktion gemacht! Der Tourismus blüht auf!

"Gibt es noch normale Parkplätze wie heute?" Ja, da sind sie - für Behinderte und Kurzzeitparker.

 

Die Kugel schwenkt weiter. Das Kunstparkhaus hat in der Planung bereits Geschwister bekommen. Am Bahnhof werden Gefährte mit ein bis drei Rädern, sowie Skateboards und Inliner aufgenommen. Sieht aus, wie eine moderne Mobilitätsstation. Und das dritte Kunstparkhaus ist für den Stadtwall geplant. „Bitte etwas genauer, Kugel!“

Zwei Gebäude werden im Plan sichtbar. Ein Parkhaus für PKW am alten Standort, außen und innen wie eine weiterentwickelte Hundertwasserkunst. Es schließt zwischen den Bäumen und übers Wasser ein Kletterpark an und verbindet mit einer Hängeseilbrücke zum zweiten Gebäude in Richtung Markthalle. Dort parken Fahrräder, Gepäck, es gibt einen Reparaturservice, etc.

 

Die Kugel ruckelt und springt aus der Planung für die Parkhäuser zurück ins Jahr 2017.

Ist es denn möglich? Hunderte von Fahrrädern, E-Bikes, Pedelecs mit Anhänger, Lastenräder stehen in der Innenstadt. Delmenhorst scheint wirklich zur Fahrradstadt zu mutieren! Gerade findet ein flash-mop2 mit Radlern statt. Sie laden ihre Packtaschen zu einem Berg auf dem Markplatz ab. Oben stecken sie eine Fahne mit der Aufschrift „Mehr Gepäckstationen!“ zwischen ihre Satteltaschen. Richtig so, welcher autofahrende Planer denkt heute an die Gepäckaufbewahrung!

Aber wieso sehe ich die Schriftzüge der Carl-Jaspers-Klinik und der Lebenshilfe an den Mobilitätsstationen und nun auch beim flash-mop? Ach, klar, Andersbefähigte suchen nach Arbeitsplätzen. Na endlich hat jemand die Bedürfnisse kombiniert!

 

Die Farbe der Kugel wechselt auf rot. Parteien stehen in der Innenstadt. Sie werben wie gehabt um die Stimmen für einen Platz im Bundestag. Das Rot kommt von den Linken. Sie lernten aus der Kommunalwahl und gehen positiv auf die Kleinverdiener und Erwerbslosen zu. Mir scheint sie knapsen der AfD mit ihrem externen Spitzenkandidaten die 15 % ab und schnappen der SPD den Direktkandidatenplatz weg. Ich vermag nur nicht zu erkennen, wer der Kandidat oder die Kandidatin ist. Sie haben auch viele Verbündete am Stand stehen, der Schlüssel zum Erfolg! Das Bild reißt ab.

 

Deichhorst erscheint. Das Josefhospital Delmenhorst. Wie durch eine Lupe erkenne ich in deutlich lesbarer Schrift: Compliance-Regeln im Gesundheitswesen von Delmenhorst. Vorsichtshalber frage ich im sichtbar werdenden Café Josef, ob mir jemand erklären kann, was ich darunter verstehen darf?

„Ganz einfach“, sagt eine Patientin, die gerade mit ihrer Freundin frischen Apfelstrudel genießt. „In Delmenhorst können Sie hingehen, wohin Sie wollen. Bei allen niedergelassenen Ärzten, Heilpraktikern, Rehabilitationsangeboten und hier im Krankenhaus bekommen Sie vor jeder Behandlung eine schriftliche Erklärung, welche gesundheitsfördernden Maßnahmen gemacht werden können. Nach der Behandlung bekommen Sie die verständliche Dokumentation ausgehändigt, was mit welchen Mitteln und Geräten mit Ihnen gemacht wurde und mit welchem Ergebnis. Alles transparent für den Patienten! Suchen Sie mal eine Stadt, wo es so etwas gibt!“

 

Hui, damit ist die Talsohle wohl überwunden und Delmenhorst schwimmt oben auf!

„Kommt hier auch eine Fachhochschule für Pflege hin?“, frage ich.

„Nein, das war nur so eine Idee. Die Hochschule kommt jetzt in die Nähe des IWK, des Instituts für Weiterbildung in der Krankenpflege und Altenpflege auf der Wolle und die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und Wohlfahrtspflege von der Fischstraße.“

„Wohin genau?“

„In die Westerstraße. Dort beleben die Studenten die Innenstadt.“

„Das heißt das Krankenhaus bleibt an der Wildeshauser Straße?“

„Klaro! Man hat sich an der Helios-Klinik in Schleswig orientiert und einen Ökoneubau geplant. Selbst Öko-Profit-Erfahrungen für Krankenhäuser fließen jetzt mit ein.“

 

„Tja, Delmenhorst hat sich in 2017 sehr gewandelt,“ mischt sich die Freundin der Patientin ein. „Der wunderschöne Högerbau wird ein wirklich ausgezeichnetes Öko-Hotel direkt neben Krankenhaus und Hansewissenschafts-Kolleg. Öko passt auch zu den Mitarbeitern. Ist Ihnen aufgefallen, wie wenige Autos hier parken? Alle Mitarbeiter, die keinen PKW-Parkplatz mehr benötigen, erhielten ein Elektrofahrrad geschenkt. Und die Delbus-Frauenlinie fährt bis vor die Eingänge des Hospitals. Wir genießen die saubere Luft. Auch das ist einzigartig in Deutschland!“

 

„Wissen Sie zufällig auch, was aus den Giftablagerungen in der Kanalisation hier am Krankenhaus wurde?“, frage ich.

„Klar, alles aufgedeckt! Die Galvanikfirma in Ganderkesee muss ihre Abwässer wie BASF in ein Vorklärbecken geben! Jetzt stinkt es nachts nicht mehr zum Himmel. Alles unter Kontrolle!“

„Puh, Glaskugel, drehst du jetzt ab? Oder spiegelst Du meine Gedanken wider?“

Empört meldet sich die Patientin mit ihrer Freundin wieder zu Wort: „Wir belügen Sie doch nicht! Und irgendwas war noch hier in Deichhorst. Aber da fragen Sie mal lieber die Einheimischen!“

 

Ich konzentriere mich auf den Kleingarten. Dort wo seit Jahren die hochgiftige Schlacke der Kohleverstromung und weitere Schadstoffe liegen. Statt Kleingarten sehe ich eine Waldanpflanzung. Das war ja auch unhaltbar, dass Kleingärtner nicht ihr selbst gezogenes Wurzelgemüse verzehren durften! Unglaublich, aber wahr!

 

Beim Blick in die Glaskugel besänftigt sich mein Gefühl weiter. Die Kugel leuchtet in vielen, natürlichen Tönen. Im Tiergarten, in Hasbergen und in Adelheide sehe ich kleine Kinder bei jedem Wetter draußen. Sie haben Labyrinthe aus essbaren Beerensträuchern gepflanzt, bauen und basteln mit allem, was sie draußen finden. Sie sind in einer Wald- und Landkita. Wie schön! Die Intelligenz in Delmenhorst steigt sprunghaft an. Ich erkenne auch viele Kinder unterschiedlichster Hautfarben?

„Wurde der zehn-Punkte-Aktions-Plan Europäischer Städte gegen Rassismus, den Delmenhorst bereits 2012 unterzeichnete etwa umgesetzt?“ Da erkenne ich den dreifachen Familienvater aus Ghana stammend. Die Familie war doch wegen der rassistischen Übergriffe aus Delmenhorst weggezogen.

„Wir sind mit unseren Kindern zurück nach Delmenhorst gekommen“, sagt er „und haben uns gemeinsam mit fortschrittlich denkenden Eltern diese Inseln der natürlichen Kinderfreiräume aufgebaut. Neben den Wald- und Land-Kitas haben wir Interkulturelle Freie Schulen angemeldet. Das kam durch eine Kooperation der Umweltausschüsse mit Wildeshausen und Ganderkesee zustande.“

 

Ich staune. „Arbeiten die Gemeinden auch in anderen Bereichen zusammen?“

Diese Frage hört der ehemalige Bademeister des Delfina und antwortet: „Die Bad GmbH kommt in alter Planung zum Zuge! Ganderkesee, Harpstedt, Wildeshausen und Delmenhorst arbeiten nun zusammen.“

 

Ich sehe in der Glaskugel die Menschen am Eingang zum Schwimmbad mit DM bezahlen und wundere mich. „Wie soll ich das verstehen? Zerfällt die Währungsunion?“

„Nein,“ antwortet der Vorsitzende des Wirtschaftschaftsausschusses. „Die Delmenhorster Mark (DM) wurde als Regionalwährung eingeführt. Die GLS-Gemeinschaftsbank eG beriet die Wirtschaftsförderungen und Gemeinden der Region und betreut das Pilotprojekt für Europa in Deutschland.“ Wer das wohl wieder initiiert hat?

 

Am Wollepark, Ecke Stedinger Straße erscheint eine Kreativ-Filiale. Dort kann man seinen DM-Kontostand einsehen. Viele kreative Projekte befinden sich im Erdgeschoss. In den Wohnetagen darüber durchmischen nun Studenten den ehemaligen sozialen Brennpunkt Wollepark. Im barrierefreien Schulungszentrum wird ein Seminar abgehalten: "Delmenhorst auf dem Weg zur Wohlfühlstadt." Wer in Delmenhorst mit Menschen arbeitet, wird regelmäßig zum freundlichen und kreativen Umgang mit Menschen geschult. Ob im Verkauf, im Gesundheitswesen, in den Behörden, im Hotel- und Gaststättengewerbe oder der Politik, überall gelten in dieser Stadt die selbst aufgestellten Regeln für Transparenz, kundenorientierte Lösungsangebote mit dem Ziel des Wohlfühlens.

 

Die Farben der Kugel verwischen und werden weiß. Sicher erstrahlt die Kugel zu gegebener Zeit erneut. Ein Lächeln bleibt mir im Herzen und auf dem Gesicht.  Mögen die Visionen Wirklichkeit werden!

 

Ich wünsche allen LeserInnen ein gutes, neues Jahr 2017!

 

Eure/Ihre

Eva Sassen

1Unter Complience oder früher Kodex versteht man selbst aufgestellte und gesetzliche Regeln, welche den Umgang miteinander verbessern.

2Kurzer, scheinbar spontaner Menschenauflauf, meist mobil zusammen gerufen, um gemeinsam, öffentlich zu handeln. Flash=Blitz mop=Volksmenge